Warenanhänger VDA 4902

Warenanhänger VDA 4902 in SAP erzeugen

Die Verpackungsdaten werden per EDI in einer genau definierten Struktur an den Automobilhersteller geschickt. In der Regel gibt der Automobilhersteller die Packvorschrift bereits vor. Wenn die Materialien dann phyisch verpackt werden, dann werden auch die Etiketten gedruckt. Wichtig dabei ist, daß die Daten auf dem Etikett identisch mit den korrespondierenden Daten der DFÜ sind. Wenn z.B. in der DFÜ als Packmitteltyp 006280 übertragen wurde, dann darf auf dem Etikett nicht 6280 gedruckt werden. D.h. Blanks und führende Nullen in der DFÜ sind auf dem Etikett auch zu drucken bzw. im Barcode zu codieren.

Die Etiketten werden grundsätzlich nur für echte Verpackungsmittel wie KLT (Kleinlastträger), GLT und Paletten gedruckt. Für sonstige Verpackungshilfsmittel wie Einlegeböden und Deckel werden keine Nachrichten erzeugt und auch keine Etiketten gedruckt.

Layout der Warenanhänger VDA 4902

Es wird grundsätzlich zwischen 2 Etiketten unterschieden:

 a)      Standard-Etikett

Das Standard-Etikett hat das Format DIN A5 und wird auf GLTs und Paletten mit Hilfe von Klebepunkten angebracht.

VDA 4902 Standard Label

b)      KLT-Etikett für Kleinlastträger

Das KLT-Etikett hat das Format halbes DIN A5, wird am besten auf in der Mitte perforiertem DIN A5-Karton gedruckt, dann geknickt und am KLT (Kleinlastträger) in die dafür vorgesehenen Schlitze eingeschoben.

VDA 4902 KLT Label

Unterschiede im Layout zwischen den Automobilherstellern

Grundsätzlich sind die Warenanhänger VDA 4902 für alle Automobilhersteller gleich. Dennoch gibt es im Einzelfall Unterschiede. Zum Beispiel wird in dem Feld, wo bei VW der Packmitteltyp steht, bei Mercedes Benz die Sachnummer des Lieferanten gedruckt.

Unterschiede VDA 4902 Label

Daten auf dem Warenanhänger VDA 4902

Grundsätzlich werden die Daten so gedruckt, wie sie auch in der DFÜ erscheinen. Wenn Daten im Barcode codiert werden, so wird dem Feld noch ein führender Buchstabe vorangestellt, so daß beim Scannen sofort erkannt werden kann, welches Feld gerade eingescannt wurde, ob nun Lieferschein, Packstücknummer usw.

Feld Datenherkunft Bemerkungen
Warenempfänger Adresse des WE Werk des Automobilherstellers laut Lieferabruf
Abladestelle Abladestelle aus Lieferung in Sicht Kopf – Transportrelevante infos
Lieferschein Liefernummer Barcode beginnt mit einem führenden N
Lieferantenanschrift Name der Versandstelle
Gewicht netto Nettogewicht der HU
Gewicht brutto Bruttogewicht der HU
Anzahl Packstücke S- bei Packstücken ohne Unterpackungen -> die Anzahl der Packstücke mit gleicher SachnummerM – bei Packstücken mit gleichen Sachnummern in Unterpackungen -> die Anzahl der Packstückemit gleicher Sachnummer,

G – bei Packstücken mit unterschiedlichen Sachnummern in Unterpackungen -> die Anzahl der Packstücke je Haupt-Packmittel (Grund-Ladungsträger).

Sachnr. Kunde Kundenmaterialnummer Barcode beginnt mit einem führenden Pwenn in der HU mehrere Materialien verpackt sind, kommt dort der Hinweis MISCHSENDUNG, der Barcode wird in diesem Fall nicht gedruckt
Füllmenge Versandelementmenge Barcode beginnt mit einem führenden QS- bei Packstücken ohne Unterpackungen -> Menge pro Sachnummer im PackstückM – bei Packstücken mit gleichen Sachnummern in Unterpackungen -> Füllmenge = 0 in Barcode -> Füllmenge wird als Klarschrift nicht gedruckt

G – bei Packstücken mit unterschiedlichen Sachnummern in Unterpackungen -> Füllmenge = 0 in BarcodeFüllmenge wird als Klarschrift nicht gedruckt

Lieferantennummer Eigene Lieferantennummer beim Kunden aus der Partnerrolle AG Barcode beginnt mit einem führenden V
Packstücknummer externe HU-Nummer VEKP-EXIDV S – Barcode beginnt mit einem führenden S, wenn alle Materialien des Packstücks gleich sindG – Barcode beginnt mit einem führenden G, wenn Materialien voneinander abweichen
Bezeichnung Lieferung Materialkurztext der Lieferposition wenn es sich um eine Mischsendung handelt, wird die Bezeichnung nicht gedruckt,
Packmitteltyp Versandhilfsmittel des Kunden (Kundenpackmittel aus dem HU-Kopf) Barcode beginnt mit einem führenden B
Datum WA-Datum
Änderungsstand Konstruktion VWAHN-AESKD
Chargennummer Charge der Lieferposition Barcode beginnt mit einem führenden HDie Angabe einer Chargen-Nr. in diesem Feld wird erwartet, wenn unsere technischen Lieferbedingungen für die gelieferte Ware diesen Eintrag fordern. Andernfalls ist das Feld nicht zu füllen.

Drucken der Barcodes

Bei allen Barcodes handelt es sich um den Barcodetypen Code 39.

Fallunterscheidungen

Fall 1: Lieferpositionen sind sachnummernrein in KLTs verpackt

Alle Positionen einer Lieferung werden sachnummernrein in KLTs verpackt. D.h. in jedem KLT befindet sich nur ein einziges Material. Es wird ein KLT-Etikett gedruckt.

Warenanhänger VDA 4902 Verpackung 1
Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge Anzahl der Positionen im KLT
Bezeichnung Lieferung wird gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S
Fall 2: Lieferpositionen sind nicht sachnummernrein in KLTs verpackt

In einem KLT befinden sich mindestens 2 Materialien. Es wird ein KLT-Etikett gedruckt.

Sachnummer Kunde in Klarschrift wird MISCHSENDUNG gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Füllmenge wird gar nicht gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gar nicht gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem G
Fall 3: Lieferpositionen sind sachnummernrein in GLTs verpackt

Alle Positionen einer Lieferung werden sachnummernrein in GLTs verpackt. D.h. in jedem GLT befindet sich nur ein einziges Material. Es wird ein Standard-Etikett gedruckt.

Warenanhänger VDA 4902 Verpackung 2
Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge Anzahl der Positionen im GLT
Bezeichnung Lieferung wird gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S
Fall 4: Lieferpositionen sind nicht sachnummernrein in GLTs verpackt

In einem GLT befinden sich mindestens 2 Materialien. In diesem Fall müssen mehrere Etiketten gedruckt werden, ein Masterlabel und mehrere Childlabel. Wenn z.B. in einem GLT 2 Materialien verpackt sind, werden ein Masterlabel und 2 Childlabel gedruckt. Auf Master- und Childlabel wird die gleiche Packstücknummer gedruckt.

Warenanhänger VDA 4902 Verpackung 3

Daten auf dem Masterlabel

Sachnummer Kunde in Klarschrift wird MISCHSENDUNG gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Füllmenge wird gar nicht gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gar nicht gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem G

Daten auf dem Childlabel

Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge Menge des Materials in HU
Bezeichnung Lieferung wird  gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S
Fall 5: Eine Lieferposition ist sachnummernrein in mehrere KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen

Eine Lieferung mit einer Lieferposition wurde in z.B. 4 KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen. Auf der Palette steht also eine sachnummernreine Sendung. In diesem Fall wird pro KLT ein Standard-Etikett mit Packstückkennung S gedruckt und ein Standard-etikett für die Palette mit Packstückkennung M.

Warenanhänger VDA 4902 Verpackung 4

Daten auf den KLT-Labeln

Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge Menge des Materials in HU
Bezeichnung Lieferung wird gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S

Daten auf dem Palettenlabel

Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge Menge des Materials in HU
Bezeichnung Lieferung wird  gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem M
Fall 6: Mehrere Lieferpositionen werden sachnummernrein in mehrere KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen

Eine Lieferung mit mehreren Positionen wird sachnummernrein in z.B. 4 KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen. Auf der Palette steht also eine Sendung, die zwar pro KLT sachnummenrein ist, aber für die Palette nicht sachnummernrein ist. In diesem Fall wird pro KLT ein Standard-Etikett mit Packstückkennung S gedruckt und ein Standard-Etikett für die Palette mit Packstückkennung G.

Daten auf den KLT-Labeln

Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge wird gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S

Daten auf dem Palettenlabel

Sachnummer Kunde in Klarschrift wird MISCHSENDUNG gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Füllmenge wird gar nicht gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gar nicht gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem G
Fall 7: Mehrere Lieferpositionen werden nicht sachnummernrein in mehrere KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen

Eine Lieferung mit mehreren Positionen wird in z.B. 4 KLTs verpackt, die wiederum auf einer Palette stehen. Ein KLT ist dabei sachnummernrein, die anderen 3 KLTs sind nicht sachnummernrein. Auf der Palette steht also eine Sendung, die sowohl pro KLT nicht sachnummenrein ist als auch für die Palette nicht sachnummernrein ist. In diesem Fall wird für ein KLT ein Standard-Etikett mit Packstückkennung S, für die restlichen KLTs ein Standard-Etikett mit Packstückkennung G für die Palette ein Standard-Etikett mit Packstückkennung G gedruckt.

Daten auf dem sachnummernreinen KLT-Label

Sachnummer Kunde wird gedruckt
Füllmenge wird gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem S

Daten auf den nicht sachnummernreinen KLT-Labeln

Sachnummer Kunde in Klarschrift wird MISCHSENDUNG gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Füllmenge wird gar nicht gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gar nicht gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem G

Daten auf dem Palettenlabel

Sachnummer Kunde in Klarschrift wird MISCHSENDUNG gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Füllmenge wird gar nicht gedrucktBarcode wird gar nicht gedruckt
Bezeichnung Lieferung wird gar nicht gedruckt
Packstücknummer beginnt mit einem G

8. Drucken der VDA-Warenanhänger

Erstausdruck

Der Druck wird manuell in TRX VL74 durch Eingabe einer Lieferung angestoßen.

Wiederholdruck

Der Wiederholdruck ist aus Transaktion VL74 bzw. Lieferung -> Verpacken/Verladen -> VSE-Nachrichten möglich. Auf dem Selektionsbildschirm wird eine Liefernummer eingetragen und als Verarbeitungsmodus = ‚2‘ eingetragen. Dann erscheinen die einzelnen Versandelemente der gewählten Lieferung. Durch Markieren eines Versandelements kann der Warenanhänger nochmals gedruckt werden.